Das Buch im Buch

Das Buch im Buch

Das Buch im Buch

Ein Roman über drei Frauen, drei Generationen und das Schweigen, das ein Leben prägt – erzählt als Buch im Buch.

Im Zentrum steht Hannah, eine Archivarin aus Kehl, die die deutsch-elsässische Geschichte ihrer Familie literarisch verarbeiten möchte. Eine Nachbarin öffnet ihr die Tür zu einer Familiengeschichte, die lange im Verborgenen lag.

Was sie ihr anvertraut, ist die Geschichte einer elsässischen Familie – und einer Schuld, die über Generationen weiterwirkt.

Im Schatten der Felsenhäuser von Graufthal beginnt Cloés Leben mit einem Bruch, über den niemand sprechen will. Aus Scham wird Schweigen, aus Schweigen ein Urteil, aus einem Sommer eine Schuld, die ihr den Atem nimmt. Cloé versucht zu überleben und flieht nach vorn – bis in die Provence, dorthin, wo Lavendel die Hügel blau färbt und die Tage nach Sonne riechen. Doch manche Wege führen nicht fort. Sie führen zurück.

Manon, ihre Tochter, wächst im Elsass auf wie ein Makel: abgestempelt, hart gemacht von Kälte und Arbeit, früh aus der Kindheit gerissen. Über entbehrungsreiche Jahre in Riquewihr kämpft sie sich bis nach Straßburg vor und begreift, dass ein Neuanfang nicht bedeutet, der Vergangenheit zu entkommen. Als alles zu eng wird, bleibt ihr nur ein weiterer Schritt: weitergehen, allein.

Graufthal

Dann ist da Camille, Manons Tochter. Sie will nicht nur fliehen, sondern den Kreis durchbrechen. Sie kehrt nach Graufthal zurück, an den Ort, an dem alles begann. Zwischen Stein, Wald und Erinnerungen sucht sie ein Leben, das wirklich ihr gehört.

Doch wie frei kann ein Mensch werden, wenn das Vergangene weiter an ihm zieht? Und was geschieht, wenn die Mutter, die gegangen ist, plötzlich wieder die Hand ausstreckt – und die Tochter sie vielleicht nicht annehmen kann?

Drei Frauen. Drei Generationen. Ein Schweigen, das sie trennt, und eine Wahrheit, die sie retten könnte.

Doch die Geschichte bleibt nicht in der Vergangenheit.

Nach einer Lesung fährt Hannah zum ersten Mal mit Louis über die Rheinbrücke. Eine nachträgliche Recherchereise nach Straßburg und die Begegnung mit einem jungen Paar, das auffallende Parallelen zu einer alten Familiengeschichte aufweist, machen aus literarischer Neugier eine persönliche Spurensuche.

Immer stärker vermischen sich für Hannah die Grenzen zwischen dem, was sie über die Vergangenheit ihrer Familie erfährt, und dem, was ihr im eigenen Leben begegnet.

Der Roman erzählt von Schuld und Schweigen, von Müttern und Töchtern, von Flucht und Neuanfang. Und er stellt die Frage, wie sehr familiäre Muster fortwirken, wenn niemand den Mut findet, die Wahrheit auszusprechen.

Denn manchmal beginnt eine Geschichte dort, wo man längst glaubt, dass sie zu Ende ist.

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